Ihre Heilpraktikerin Christel Nau in Berlin-Wannsee

Süßstoff- wirklich so harmlos?

Süßstoffe werden vor allem von Menschen genutzt, die gerne abnehmen und Ihren Zuckerkonsum einschränken möchten. Auch die Lebensmittelindustrie will uns den gesundheitlichen Nutzen weismachen. Der Austausch von Zucker zu Süßstoff sei sogar förderlich. Aber lesen Sie selbst, was das Ärzteblatt dazu mitteilt.

Um das Fazit vorweg zu nehmen: Hände weg von Süßstoffen und Nahrungsmitteln, denen künstliche Süßstoffe zugesetzt sind.

Süßstoffe: Studie belegt Störung von Darmflora und Glukosestoffwechsel

Künstliche Süßstoffe, die Diäten erleichtern und einem Diabetes vorbeugen sollen, hatten in tierexperimentellen Studien in Nature (2014; 10.1038/nature13793) die gegenteilige Wirkung. Die Mäuse nahmen an Gewicht zu, ihr Blutzucker stieg an. Die paradoxe Wirkung wurde durch Darmbakterien vermittelt. Die Forscher konnten die Dysbiose*** auch beim Menschen induzieren. Ihre Ergebnisse könnten eine Debatte um den Nutzen und die Sicherheit von Süßstoffen auslösen.

Süßstoffe werden nicht nur als Ersatz für die Zuckerstückchen angeboten, sie bilden auch die Grundlage für kalorienfreie Süßgetränke und werden zunehmend Fertignahrungsmitteln zugesetzt. Sie gelten gesundheitlich als unbedenklich, zumal sie in der Regel nicht vom Darm resorbiert werden. Die Experimente, die Jotham Suez vom Weizmann Institut in Rehovot/Israel und Mitarbeiter durchgeführt wurden, ergeben jetzt ein völlig anderes Bild.

In ihrem ersten Experiment haben die Forscher das Trinkwasser ihrer Versuchstiere über 11 Wochen mit Süßstoffen versetzt. Danach wurde ein oraler Glukosebelastungstest durchgeführt. Über­raschenderweise kam es bei den mit Süßstoffen gefütterten Tieren zu einem höheren Anstieg der Glukosewerte als in Vergleichsgruppen. Diese gestörte Glukosetoleranz, die Diabetologen als Risikofaktor für die Entwicklung eines Typ 2-Diabetes betrachten, konnte sowohl bei normalgewichtigen als auch bei vorher gemästeten Tieren induziert werden.

Genetische Untersuchungen der Darmflora ergaben, dass die Süßstoffe die Darmflora verändern. Es kam zu einer Zunahme von Bakterien, die vermehrt Kohlenhydrate abbauen. Auch die Bildung von kurzkettigen Fettsäuren durch die Bakterien war erhöht. Süßstoffe könnten deshalb die Wirkung einer hyperkalorischen Nahrung mit einem hohen Anteil an Zucker und Fetten verstärken. Statt der erhoffen Gewichtsabnahme könnten dann Body-Mass-Index und Taillenumfang weiter zunehmen. Die Forscher haben daraufhin die Daten von 381 nicht-diabetischen Teilnehmern des Personalized Nutrition Project, einer laufenden ernährungsphysiologischen Studie, analysiert. Teilnehmer, die Süßstoffe benutzten, wogen mehr, sie hatten höhere Nüchtern­blutzucker- und HbA1c-Werte, und ihre orale Glukosetolerenz war gestört. Die Untersuchung ergab eine Veränderung der Darmflora.

Die Ergebnisse der Studie dürften bei der Europäischen Behörde für Lebensmittel­sicherheit in Parma und beim Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin auf interessierte Leser stoßen. Die Bewertung beider Institute fiel bisher überwiegend positiv aus. Auch von den meisten Ernährungsphysiologen werden Süßstoffe derzeit als unnötig, aber harmlos eingestuft.

© rme/aerzteblatt.de

***Dysbiose: hier ist ein Ungleichgewicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Darmbakterien gemeint, zugunsten der „schlechten“.

Siehe auch

/b/20/151/gesundheit-faengt-im-darm-an?location_id=151

Hier können Sie mehr über den Darm und die Folgen einer Dysbiose bzw. Dominanz von „schlechten“ Darmbakterien nachlesen.

Alles Gute für Sie,

Ihre Christel Nau

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